Telperion und Laurelin

Telperion und LaurelinTelperion und Laurelin
Telperion und Laurelin

Telperion und Laurelin

Telperion und Laurelin waren die beiden Lichtbäume der Valar, erschaffen von den beiden Valar Yavanna und Nienna, bevor Melkor und Ungoliath sie zerstörten.

Telperion – der Silberbaum – silbern leuchtend wie der Mond – und er wurde als erster der beiden geschaffen und die Elben liebten ihn, wie sie auch den Mond besonders lieben.

Laurelin aber – der Goldbaum – gold leuchtend wie die Sonne, ward als zweites erschaffen. Doch die Menschen sollten den Baum, aus dessen Frucht die Sonne entstand nicht mehr mit eigenen Augen sehen. Denn die Menschen erwachten erst mit der Sonne.

Und Feanor, der älteste Sohn des großen Noldor-Königs Finwe, erschuf aus dem Licht der beiden Bäumen die drei Silmarilli, Steine, die aus sich selbst, von innen leuchten.

Telperion und Laurelin

Telperion und Laurelin

Telperion und Laurelin – die Lichter der Valar

Telperion und Laurelin standen auf dem Hügel Ezellohar nahe der Stadt Valmar, der großen Stadt der Valar.

„Und als Valinor fertig war und die Paläste der Valar standen, da erbauten sie inmitten der Ebene hinter den Bergen ihre Stadt Valmar, die Glockenreiche. Vor dem Westtor lag ein grüner Hügel, Ezellohar, auch Corollaire genannt; und Yavanna weihte ihn und saß dort lange im grünen Gras und sang ein Lied von Macht, in dem all ihre Gedanken über die Dinge, die in der Erde wachsen, ausgesprochen waren. Nienna aber dachte still nach und wässerte den Hügel mit Tränen. Zu der Stunde waren die Valar zusammengekommen, um Yavannas Lied anzuhören, und sie saßen schweigend auf ihren Thronen im Máhanaxar, dem Ring des Schicksals, nahe bei den goldenen Toren von Valmar; und Yavanna Kementári sang vor ihnen, und sie sahen zu. Und sie sahen, wie von dem Hügel zwei dünne Schößlinge aufstiegen; und Schweigen lag über aller Welt in dieser Stunde, und kein andrer Laut war zu hören als Yavannas Gesang. Bei ihrem Lied wuchsen sie zu jungen Bäumen heran und wurden hoch und schön und traten in Blüte; und so erwachten in der Welt die Zwei Bäume von Valinor. “

Telperion  und Laurelin  bestimmten den Tageslauf in Valinor. denn Jeder Tag in Valinor hatte zwölf Stunden und endete mit der „Vermischung der Lichter“. So nannte man die Stunde, in der ein Telperion zu leuchten begann und das Licht von Laurelin erstarb.

„Binnen sieben Stunden erblühte jeder Baum zu vollem Glanz und verblasste wieder zu nichts; und jeder erwachte wieder zum Leben, eine Stunde bevor der andere zu leuchten aufhörte. So gab es in Valinor zweimal an jedem Tag eine Dämmerstunde milderen Lichts, zu der beide Bäume nur schwach glimmten und ihre goldnen und silberen Lichter ineinanderspielten.“

Laurelin

Laurelin war der jüngere der Zwei Bäume von Valinor. Sein Name bedeutet im Quenya Goldregen. Er trug noch andere Namen wie Culúrien, der rotgolden Blühende, und Malinalda, Goldbaum.
Laurelins Namen kamen von seinem äußeren Erscheinungsbild.
Seine Blätter waren von frischem Grün und an den Rändern schimmerten sie golden. Die Blüten waren feuriggelb und sie hingen in Büscheln, die wie Trompeten geformt waren, herab. Aus ihnen heraus fiel goldener Regen zu Boden.

Telperion

Telperion war der ältere der Zwei Bäume. Sein Name bedeutet im Quenya der Silbrige. Er trug auch noch andere Namen, Silpion, Dämmerglanz, oder Ninquelóte Weiße Blüte. Diese Namen rühren von seinem Äußeren her.
Seine Blätter waren an der Oberseite dunkelgrün und an der Unterseite silbergrau. Aus seinen unzähligen Blüten floss immer ein Tau aus silbernem Licht und aus ihm machte Varda die Sterne, unter deren Licht die Eldar erwachten.

Wie Mond und Sonne aus den Bäumen entstanden

Melkor hatte sich mit Ungolianth, einer lichtfressenden Riesenspinne zusammengetan, um Telperion  und Laurelin zu zerstören, denn er liebte die Lichter nicht, sondern mied sie wo immer es ihm möglich war. Er fiel, wie auch Ungolianth, über die Bäume her und vernichtete sie.

„Und in diesem Augenblick kamen Melkor und Undgolianth über die Felder von Valinor geeilt, wie der Schatten einer schwarzen Wolke auf dem Winde über die besonnte Erde streicht; und sie kamen zu dem grünen Hügel Ezellohar. Dann griff Ungolianths Unlicht den Bäumen an die Wurzeln, und Melkor sprang auf den Hügel, und seinen schwarzen Speer stieß er beiden Bäumen durchs Herz, beide tiefverwundend; und Saft quoll hervor wie Blut und verspritzte auf dem Boden.Ungolianth aber leckte ihn auf, und dann, von einem Baum zum andern gehend, setzte sie den schwarzen Rüssel an ihre Wunden, bis sie ganz ausgesogen waren; und das Todesgift, das in ihr war, floß in die Adern der Bäume und verdorrte sie an Wurzel, Zweig und Blatt; und sie starben.

Manwë bat Nienna und Yavanna die Bäume zu heilen, doch Niennas Tränen halfen nichts und so saß Yavanna eine lange Zeit allein in dem Schatten und sang.

Doch als alle Hoffnung schwand und ihr Lied erstarb, da trug Telperion zuletzt eine große silberne Blüte an einem blattlosen Ast, und Laurelin trug eine einzige goldene Frucht.
Diese nahm Yavanna; dann starben die Bäume, und ihre leblosen Stämme stehen noch in Valinor, zum Gedenken vergangenen Glücks.

Aus der Blüte Telperions schuf Varda den Mond; und aus der Frucht Laurelins schuf sie die Sonne.“

Quellen

Zitate aus: T.R.R. Tolkien: Silmarillion, I, Vom Anbeginn der Tage

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Über den Autor

Tom Bombadil
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3 Kommentare zu "Telperion und Laurelin"

  1. Die Bäume – ein schönes Motiv von Tolkien. Auch dass aus ihnen die Silmarill wurden.

  2. Velma D. Stephenson | 27/01/2013 um 08:16 | Antworten

    „Zu gut für diese Welt“, fühle ich mich versucht zu sagen, wie bei so vielen Dingen im Herrn der Ringe. In Mittelerde hätte der Mallorn ohne Galadriels wohltuenden Einfluß nicht so lange überleben können, zu speziell und zu besonders waren seine Ansprüche und sein Wesen. Auf Númenor, wo er noch größer und prachtvoller wuchs als in Lothlórien, erlebte er wohl seine Blütezeit außerhalb Valinors, aber mit dem Untergang der Insel am Ende des zweiten Zeitalters war es damit vorbei. Wie so oft bei Tolkien umweht ein klagender, wehmütiger Hauch von unerbittlich fortschreitender Vergänglichkeit diese prachtvolle Schöpfung, die sich aus dem Großartigsten, Schönsten und Edelsten zusammensetzt, was die dendrologische Flora unseres Planeten zu bieten hat.

  3. Wie verhält es sich mit der Einbettung des Silmarillion in die Handlung der Romane? Zahlreiche Gedichte und kurze Geschichten stellen die Verbindung her, und Christopher Tolkien vermutet im Vorwort zu den „Verschollenen Geschichten“ zudem, es handle sich bei dem Silmarillion um Bilbos „Übersetzungen aus dem Elbischen“, die neben den fiktiven Quellen zum Herrn der Ringe und dem Hobbit zum „Roten Buch der Westmark“ gehören, das in den Anhängen zum Herrn der Ringe erwähnt wird. Einen sicheren Beleg in den Schriften Tolkiens gibt es für diese Deutung aber nicht, und dagegen spricht auch, dass Bilbos Übersetzungen in drei Bände und nicht in fünf Teile gegliedert waren.

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