Mythos – Definition

Aragorn Die Nacht verändert viele GedankenAragorn Die Nacht verändert viele Gedanken
Aragorn Die Nacht verändert viele Gedanken

Aragorn: Die Nacht verändert viele Gedanken.

Mythos ist ein Begriff, der dringend erklärungsbedürftig ist. Jeder verwendet das Wort auf seine Weise. Und das ganz selbstverständlich. Man weiß ja, was gemeint ist.

Was ist ein Mythos

Doch gemeint ist – je nach Kontext – ganz Verschiedenes:

  • Mythos und Wirklichkeit der DDR. Meint: Was wahr und was Lüge ist an Behauptungen, Erinnerungen und Erklärungen zum Thema (DDR) sollte sehr genau unter die Lupe genommen werden.
  • Die Welt der antiken Götter gehört in den Bereich des Mythos. Meint: Das sind Götter-und Heldengeschichten aus vergangener Zeit, an die heute mehr geglaubt wird. Aber sie zeigen in eine Welt, in der andere Maßstäbe galten als heute, Maßstäbe, die damals genauso selbstverständlich waren wie sie uns Heutigen unverständlich sind.
  • Die Welt von Mittelerde ist zu einem Mythos geworden. Meint: Ein Name, der sobald man ihn hört oder liest, bei sehr vielen Menschen eine tragisch-heroische Welt von Bildern, Geschichten, Musik und Filmszenen in Erinnerung ruft.

Gemeinsam haben diese Verwendungen des Wortes Mythos wohl nur dies:

Mythos meint einen Namen oder Begriff, den sehr viele Menschen kennen und mit eine rätselhaften oder einander widersprechenden Geschichten verbinden. Irgendwas daran ist nicht so ganz eindeutig oder klar.

Galadriel mit Frodo am Spiegel

Galadriel und Frodo: Willst du in den Spiegel schaun?

Mythos und andere Welterklärungen

Der Mythos hat seit allen Zeiten die Aufgabe, sich und anderen die Welt als Ganze zu erklären – im Großen wie im Kleinen.

Ähnlich wie Philosophie, Wissenschaften und Religion – die sich denn auch zu eigenständigen Formen von Welt-Erklärungen entwickelten. Die miteinander zu konkurrieren begannen.

Erklärungen von uns selbst und der Welt sind lebensnotwendig. Ohne Erklärungen, erklärende Beschreibungen und Deutungen dessen was wir erleben, könnten wir uns nicht orientieren.

Ohne Welt-Erklärungen blieben wir Tiere (die keine Mythen, und auch keine Wissenschaften entwickelt haben), sondern steckten immer nur im unmittelbaren Geschehen, dessen Vergangenheit und Zukunft wir nicht verstehen könnten.

Und jeder Mensch ist nahezu ständig damit beschäftigt, sich und anderen seine Welt zu erklären.

Ich, das Kind von soundso bin ein starker, schwacher, erfolgreicher, sensibler etc. Mensch, dem dieses und jenes wichtig ist, weil …

Eine heute sehr mächtige Erklärung der Welt erzählt, dass die Welt so ist wie sie ist. Und wir Menschen sie folglich nur erkennen können.

Ein sogenanntes Axiom. Ein Axiom, das die Welt, in der wir nun leben, massiv beeinflusst – ja geformt hat. Was durchaus seine Vorteile hatte.

Nur, dass dabei eine recht feste, um nicht zu sagen starre Welt entstand. Und logischerweise Wissenschaften zur wichtigsten handlungsleitenden Orientierung wurden.

Elrond übergibt Anduril an Aragorn

Elrond und Aragorn: Folge dem Weg deiner Bestimmung!

Mythos der Zukunft

Doch ein Mythos ist nicht nur Erklärung der Welt.

Seine wichtigste Aufgabe ist es, aus all den Dingen und Ereignissen, die so sind, wie sie sind, zusammenhängende Bilder einer möglichen Zukunft (oder auch alternativer Zukünfte) zu zeigen.

Und zwar – anders als Religionen dies taten – nicht in vagen Nebeln verhüllt, sondern als klar verständliche Bilder oder Visionen der Zukunft.

Visionen, aus denen Menschen eigene, sinnvolle Ziele gewinnen und daraus folgend, eigene Entscheidungen treffen können.

Oder kurz: Möglichst viele Menschen entscheidungs- und handlungsfähig zu machen.

Die alten Mythen taten dies – zu ihrer Zeit. Die Mythen unserer Vorfahren waren eben nicht (nur) Geschichten über das was war. Sondern auch über das, was ist und das was noch kommen wird.

Doch die Geschichten über das was kommen wird, erwiesen sich – faktisch – mit der Zeit als nicht verlässlich genug. Sie waren – durchgängig – in für heutige Maßstäbe – kleinen und überschaubaren Welten entstanden.

Der Welt des Nildeltas, oder entlang der Flüsse von Eurphrat und Tigris, des Indus-Flusses oder des Amazonas oder auch von Inseln wie Australien, deren Ende und Grenze das Meer war, das sie umgab.

Arwen Es wird kein schiff mehr geben

Arwen: Es wird kein s
Schiff mehr geben.

Landschaften, Naturereignisse, plötzliche Wechsel und Katastrophen, deren Gesetzmäßigkeiten und Wahrscheinlichkeiten im Laufe der Jahrtausende vertraut und händelbar geworden waren. Und einen verlässlichen Rahmen für selbst langfristige sinnvolle Entscheidungen ergaben.

Das änderte sich, als diese kleinen Welten mächtiger und damit größer wurden – und aufeinander zu treffen begannen.

Und so verloren die Mythen der Zukunft nach und nach an Kraft. Sie wurden schwächer und schwächer – bis sie schließlich zu bloßer Erinnerung an eine lang vergangene Welt geworden sind.

Heute brauchen wir einen Mythos der Zukunft, der die ganze Welt umfasst. Einen Mythos der Erde – wie  Joseph Camphell es in seinen Büchern auf den Punkt brachte. Und er fügte hinzu: Ein Mythos Erde kann nicht erfunden werden. Er muss wachsen – aus Bildern und Geschichten der alten Mythen. Die sich wandeln zu Bildern unserer Zeit.

Und – über Camphell hinaus – Ich seh das inzwischen hoffnungsvoll. Und zwar seitdem mir ein Licht aufging, dass Tolkien mit seiner Welt von Mittelerde – ich sag mal – angefangen hat, einen Mythos der Zukunft zu dichten. Bisher ist Herr der Ringe ein Mythos, der erzählt, wie die Welt – von Mittelerde – im Laufe der Zeitalter geworden ist. Und deren viertes Zeitalter – das Zeitalter der Menschen – eben begonnen hat.

Das Team von Peter Jackson – gegeisterte Tolkien-Fans – haben Mittelerde weltweit bekannt gemacht. Fanfiction Videos, Geschichten, die ausmalen, wie es mit Aragorn oder Legolas oder Sam oder Frodo weitergehen könnte, gibt es inzwischen auch schon jede Menge. Und das Online Spiel Herr der Ringe trägt auf auf seine Weise dazu bei,  dass ziemlich viele Menschen in dieser imaginären Welt von Mittelerde heimisch werden.

Gandalf ein Funken Hoffnung

Gandalf in Minas Tirith: Ein Funken Hoffnung!

 

Über den Autor

Tom Bombadil
Was wird aus Mittelerde im Zeitalter der Menschen?

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