Mithrandir – wieso der Halbling?

Hobbit_Film Japanisches PosterHobbit_Film Japanisches Poster
Hobbit_Film Japanisches Poster

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Der HOBBIT  – endlich! Ich wollte natürlich gleich am 12.12.12, den HOBBIT sehen.

Ganz aus dem Häuschen vor lauter Vorfreude – mit ging es wie Millionen anderen auch. Es hat einfach was, seine Freude mit vielen anderen zu teilen.

Nun denn – der HOBBIT. Ich war in einer 3D / 48fps Aufführung. Dass auch 2D angeboten wird, hab ich erst hinterher geschnallt. Folglich werde ich mir den HOBBIT noch mal ansehen.

Ich hoffe, und halte es auch für möglich, dass ich dann im Filmgeschehen drinbleibe.

Der Weg ist versperrt

Obwohl ich ganz drauf eingestellt war, in die Welt von Mittelerde einzutauchen, ist, ist mir das nicht gelungen.

Mal minutenweise – ja. Doch immer wieder war meine Aufmerksamkeit bei Technik, Studiofilm-Eindruck, misslungenen optischen Perspektiven.

Und plopp war ich draußen, gab mir sogleich redliche Mühe, wieder rein zukommen, nur um gleich wieder raus zufallen.

Bin mir insgesamt noch durchaus unschlüssig, was ich von Peter Jacksons Hobbit halten will. Nur durch Technik – Effekte, ob gelungen oder nicht, werd ich mir Mittelerde nicht vergällen lassen.

Technik hin oder her – den Hobbit mit der neuesten technischen Film-Technik zu beackern und – zumindest in 3D / 48fps Version – zu überfrachten, scheint mir nicht einfach ein bloß handwerklicher Fehler zu sein.

Zugang zu Mittelerde – über den Hobbit?

Ich vermute eher, dass Peter Jackson und sein Team zum Hobbit keinen vergleichsweise eigenen, an die eigene Existenz gehenden Zugang wie im Herrn der Ringe gefunden haben.

Sicher, der Hobbit selbst kommt auch bei Tolkien vergleichsweise harmlos daher.

Wer aber ganz Mittelerde, eben auch alle Geschichten um den Herrn der Ringe und den Hobbit drumrum kennt, der könnte die ganze Weltgeschichte (von Mittelerde) in den eher kleinen Taten der Hobbit-helden entdecken und – als Künstler – seinem erwartungsfrohen Publikum zeigen.

Peter Jackson kennt vermutlich jeden Buchstaben von Tolkien. Und weiß: Es geht im Hobbit nicht nur um die Heimatlosigkeit und Geldgier der Zwerge, Gemütlichkeit und Tapferkeit eines Hobbit oder die alte Feindschaft zwischen Zwergen und Elben.

Es geht – wie im Herrn der Ringe – um die Existenz von Mittelerde

Der weiße Rat und auch Radagast ahnen oder gar wissen es schon, zumindest gibt es deutliche Anzeichen, dass Sauron wieder erstarkt und zurückgekehrt – nach Dol Golgur – ist.  Eben in dieser Gegend – naja so etwa, genau genommen nur Radagast – befinden sich die Helden des HOBBIT. Und was von Sauron zu erwarten ist, weiß jeder im Hohen Rat nur zu gut.

Die Szene des Weißen Rates thematisiert diese Gefahr denn auch. Doch tut sie eben nur dies – das Thema anreißen. Saruman aber und auch Elrond sprechen dagegen und Worte solcher Autoritäten haben es an sich, im Gedächtnis zu bleiben.

Bleibt übrig der Eindruck, dass Galadriel wenigstens Gandalf versteht und wenn nötig, bei ihm sein wird. Doch diese Gandalf und Galadriel gemeinsame Ahnung der existentiellen Gefahr berührt die anderen Akteure – soweit ich das gesehen hab erstmal – nicht.

Sie aber hätte – auf die eine oder andere Weise – Brücke zur Motivation oder Entwicklung der Helden sein können.

  • Radagast, klar. Aber von ihm bleibt denn doch erstmal das abfällige Urteil von Saruman hängen.
  • Elrond – warum bleibt er beim Beschwichtigen?
  • Saruman – warum wird er nicht – für den Zuschauer – demaskiert? Dass er schon zu diesem Zeitpunkt gegen Gandalf arbeitet, wissen viele Mittelerde-Fans.
  • Es kommt zu keiner Entscheidung des Weißen Rates, insbesondere nicht, was das Vorhaben der Zwerge anbelangt. Was seltsamerweise vor allem das Verschulden von Gandalf zu sein scheint. Denn natürlich ist solch ein Rat nur Formalsache, wenn die zu entscheidenden Tatsachen schon eingetreten sind. Hätte Peter Jackson durchaus anders bauen können.
  • Thorin Eichenschild oder – der Kopf der Zwerge wohl – Balin. Dass sie so gar keine Ahnung haben, worum es bei ihrem Abenteuer noch alles geht, muss man nicht so inszenieren. Aber dass sie sich nicht einmal fragen, wie es kommt, dass Gandalf sich so ins Feuer für sie wirft – verstehe ich einfach nicht.

Mithrandir – wieso der Halbling?

Der Hobbit - Film

Der Hobbit – Film

Das fragt Galadriel. Das wäre eine Brücke gewesen. Aber statt Gandalf bedeutungsvoll lächeln zu lassen und im weiteren Verlauf zu zeigen, dass es die kleinen Taten sind, die über die Existenz von Mittelerde entscheiden, muss er es sagen.

Dabei wusste Tolkien und hielt sich sehr daran und weiß auch jeder Künstler, dass man seine Botschaft nicht sagen, sondern zeigen muss. Will man sein Publikum mitnehmen.

Beim Sehen des Films bemerkte ich es an meinem Schreck, dass die Szene plötzlich zu Ende war – die Zwerge haben Bruchtal schon verlassen – dass da was nicht stimmt. Dass die ganze grad erlebte bedeutsame Szene doch eher klein geworden war für mich.

Plopp – ganz ähnlich wie bei den vielen technischen Hackern – war ich draußen.

Die Brücke, die hier hätte ansetzen können und Tiefe in das Abenteuer der Zwerge und des Hobbit hätte bringen können, war, kaum, dass sie entworfen war, wieder abgerissen.

Wieso der Halbling? – Galadriel diese Frage an Gandalf in den Mund zu legen – ist dennoch genial. Und Galadriel hat für meine Begriffe noch um Welten gewonnen gegenüber ihrem Auftritt in Herr der Ringe. Phantastisch ihre Ausstrahlung.

Wer weiß, vielleicht, weil sie (die Schauspielerin) inzwischen Mutter ist und mehr von innen leuchtet, sodass sie kein gleißend heiligendes Licht mehr um sich herum braucht, um ihre Größe zu zeigen.

Fazit; Den Hobbit werde ich – wie schon Herr der Ringe – mindestens vier fünf Mal, vermutlich sogar noch weit öfter, wenn dann die SEE rauskommt, sehen müssen. Damit er mir so richtig durch und durch gefällt und ich ja auch alles verstehe und mein Mittelerde reicher wird durch den Hobbit.

Ob gefallen oder nicht – daran, dass ein Film lockt, ihn wieder und wieder zu sehen, lassen sich wohl gelungene Filme erkennen.


Galadriel und Mithrandir in Bruchtal – nach dem Weißen Rat.

Quellen

Zitate

* Zitat aus: J.R.R. Tolkien: Der Hobbit
** Zitat aus dem Film:: Der Hobbit – Eine unerwartete Reise, Filmtrilogie von Peter Jackson

Bilder

„Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ , Copyright: 2012 Warner Bros. Ent./ Metro-Golwyn-Mayer Pictures

Über den Autor

Tom Bombadil
Was wird aus Mittelerde im Zeitalter der Menschen?

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